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  • Ricarda Drobig

21.095km

Vor 14 Tagen war es soweit. Mein erster Halbmarathon. Es war für mich nicht einfach nur irgendein Halbmarathon, sondern eine Strecke von 21.095km die mir zeigte, was ich alles bis hierhin geschafft habe. 21.095km voller Emotionen gefüllt. 2 Tage vor dem großen Ereignis fuhr ich runter. Nach 6 Stunden Zugfahrt, die fast mit einer Zwangsräumung endete kam ich in Köln an. Mein Herz hüpfte vor Freude und innerhalb von Sekunden war ich wieder in die Stadt verliebt. Schließlich hab ich dort immer noch ein kleines bisschen Heimatgefühl - einmal NRW'lerin im Blut, immer NRW'lerin ;)

Ich durfte bei der lieben Sandra übernachten, die mich auch am Hauptbahnhof abholte. Wir fuhren auf die Messe und liefen abends noch 5km bei schönsten Sonnenuntergang am Rhein entlang. Samstag stand erneut Messe mit einem kleinen Instagram-Treffen auf dem Plan, wo viele neue Kontakte entstanden. Einfach nur wow!

Und Sonntag war es soweit. Ich stand am Start für meine ersten offiziellen 21.095km. Das Training verlief vorher nicht besonders gut. Ich hatte eine fette Bronchitis gehabt und konnte somit 4 Wochen vorher meinen letzten langen Lauf absolvieren. Aber ich fühlte mich fit und auch die ärztliche Erlaubnis hatte ich. Da stand ich nun, ehrlich gesagt absolut nicht nervös, und wartete bis mein Startblock los durfte. Hier und da noch ein kurzes Gespräch, bis es los ging- und dann lief es auch schon.

Es lief erstaunlich gut. Den Anstieg an der Universität ging ich zügig hoch, da ich nun keine Tests mit dem Herz veranstalten wollte. Ich lief in meinem Rhythmus und saugte die Stimmung ein, ich war einfach nur dankbar. Mein Hauptziel war ankommen, ein kleines i-Tüpfelchen wäre unter 2:30 Std. - welches auch bis Kilometer 12 gut lief. Doch plötzlich hatte ich einen ganz schrecklichen Brustschmerz, ich schaute auf die Uhr und sah einen Puls von knapp 180. Er ging genauso schnell weg, wie er gekommen war, doch es brachte mich komplett aus dem Rhythmus. Ich ging immer wieder und kam einfach nicht mehr rein. Irgendwann überholte mich der 2:30er Luftballon. Ich versuchte noch dran zubleiben, musste ihn aber irgendwann ziehen lassen. Die Luft war mental komplett raus.

Da berührte mich von hinten jemand an der Schulter und sprach mich an. Sabrina von den Asics Frontrunnern - mit der letztes Jahr geplant war, Sie in einer Staffel bei ihrem ersten Marathon zu begleiten. - Mir liefen die Tränen vor Freude, ein 'vertrautes' Gesicht zu sehen. Sie baute mich auf begleitet mich einige Kilometer. Irgendwann kam auch von hinten Markus und Marco. Auch da liefen mir die Tränen vor Freude. Ich war so froh endlich eine Begleitung zu haben, denn Mental hätte ich es alleine nicht mehr weiter geschafft. Wir hangelten uns von Wasserstelle zu Wasserstelle und die beiden motivierten mich, immer wieder mal zu laufen. Ich fluchte und hab den zweien geschworen, sowas nie wieder zu machen. Vor lauter jammern und fluchen, schwanden die letzten Kilometer nur so. Da sahen wir auch schon den Kölner Dom und den roten Teppich zu unseren Füßen. Hand in Hand liefen wir ins Ziel, nach einer Zeit von 2:46Std. Mir kullerten nur so die Tränen vor Dankbarkeit und Freude - ich war einfach sprachlos.


Ich war und bin diesen beiden Menschen so dankbar, dass sie mich ins Ziel begleitet haben, mich aufgebaut haben und mir nicht von der Seite gewichen sind. Selbst nach dem Zieleinlauf waren sie für mich da. All der Schweiß und die Tränen der letzten Jahre. All das neu gehen und laufen lernen, all das hat sich so sehr gelohnt - nicht einfach für nur 21,095 km - sondern für mich selbst!

Und jetzt 14 Tage später? - Plane ich schon für die kommende Saison die nächsten Halbmarathon's ;)




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